Stromspeicher

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Virtuelles Kraftwerk

Ein virtuelles Kraftwerk ist eine Zusammenschaltung von dezentralen Stromerzeugungseinheiten, wie zum Beispiel Photovoltaikanlagen, Wasserkraftwerken, Biogas-, Windenergieanlagen und Blockheizkraftwerken zu einem Verbund. Dieser Verbund stellt elektrische Leistung verlässlich bereit und kann damit dargebotsunabhängige Leistung aus Großkraftwerken ersetzen.

Der Begriff Virtuelles Kraftwerk bezieht sich auf den Zusammenschluss mehrerer Standorte – aber nicht darauf, dass durch sie kein Strom erzeugt würde. Andere gebräuchliche Begriffe sind Kombikraftwerk, Schwarmkraftwerk und DEA-Cluster (= Cluster aus Dezentralen Erzeugungsanlagen). Ein wichtiger Aspekt von virtuellen Kraftwerken ist die Vermarktung des Stroms sowie die Bereitstellung von Systemdienstleistung aus einem Verbund kleiner dezentraler Anlagen.[1]

Ein virtuelles Kraftwerk aus vielen Einzelanlagen

Virtuelle Kraftwerke sind mit Kosten für Kommunikation und den Aufwand der zentralen Steuerung verbunden. Unter dem Schlagwort virtuelles Kraftwerk werden sowohl Visionen einer künftigen Stromversorgung wie auch bereits bestehende Geschäftsmodelle verbunden.

Generatorverbund

Werden Generatorverbünde und Lastverbünde zusammengeschaltet, kann eine intelligente Steuerung zunächst versuchen, Leistungsspitzen durch Laststeuerung auf der Abnehmerseite möglichst auszugleichen, um dann den verbleibenden Leistungsbedarf kostengünstig aus dem Angebot der angeschlossenen Generatorverbünde zu decken.

Virtuelle Kraftwerke nutzen Synergien, die durch die Zusammenschaltung von Einzelkraftwerken möglich werden. Zur Lastverteilung können weitere Erzeuger zugeschaltet werden, sobald Spitzenlasten auftreten, die ein einzelnes Kraftwerk überfordern würden. Nachteile, die aus einem speziellen Standort oder dem wechselhaften Wetter erwachsen, können kompensiert werden. Grundlastkraftwerke wie z. B. Kern- und Braunkohlekraftwerke fährt man aus wirtschaftlichen Gründen bei Nacht nicht herunter, deshalb ist die Zwischenspeicherung des Nachtstroms in Speicherkraftwerken heute schon Stand der Technik.

Kombiniert man beispielsweise einen Windpark, ein photovoltaisches Kraftwerk und einen Energiespeicher, etwa ein Pumpspeicherkraftwerk, zu einem virtuellen Kraftwerk, so kann das Solarkraftwerk einspringen, wenn Flaute herrscht. Scheint keine Sonne, kann das Windkraftwerk liefern. Scheint die Sonne und es weht Wind, kann überschüssige Energie im Pumpspeicher eingespeist werden. Weht kein Wind und scheint keine Sonne, liefert das Pumpspeicherwerk die Energie zurück. Je mehr Kraftwerke und Kraftwerkstypen kombiniert werden, desto höher ist der Synergieeffekt und damit die Gesamteffizienz des virtuellen Kraftwerkes.

Situation in Deutschland

Direktvermarktung

Ein bereits bestehendes Geschäftsmodell in diesem Sinne sind die Dienstleister für die Direktvermarktung von EEG-Anlagen d. h. von Wind-, Solar-, Geothermie-, Biomasse- und anderen Kraftwerken, die Anspruch auf eine Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) haben.

Hintergrund

Die Regelungen des EEG sehen vor, dass solche Anlagen am Spotmarkt vermarktet werden. Die Anlagenbetreiber haben zusätzlich zu den Erlösen am Spotmarkt Anspruch auf einen Zuschlag, der die Differenz zwischen dem Spotmarkterlös einer durchschnittlichen Anlage der betreffenden Kategorie und einem festgelegten Garantiepreis für diese Anlagenkategorie ausgleicht (Marktprämie, § 20 EEG). Somit werden EEG-Anlagenbetreiber zur Teilnahme am Stromhandel verpflichtet, obwohl ihre Einspeisung sehr wenig prognostizierbar ist und der Einspeisefahrplan auch bei vielen betroffenen Anlagen keine handelbaren Produktgrößen erreicht. Mit der Teilnahme am Stromhandel sind die Anlagen ebenfalls den Regelungen des Bilanzkreismanagements unterworfen, die vorsehen, dass auf dem Strommarkt verbindliche Mengen gehandelt werden und ungeplante Abweichungen mit Ausgleichsenergie verrechnet werden. Für den typischen Betreiber von EEG-Anlagen ist die Teilnahme am Stromhandel somit mit unerwünschten Risiken verbunden.

Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell der Direktvermarkter besteht darin, fremde EEG-Anlagen für eine Teilnahme am Stromhandel im eigenen Bilanzkreis zusammenzuführen. Die Erzeugung des zusammengeführten Portfolios von EEG-Anlagen wird dann als ein virtuelles Kraftwerk prognostiziert und am Strommarkt vermarktet. Unplanbare Abweichungen einzelner Einspeiser gleichen sich hierbei zum Teil aus. Weiterhin ist es für ein großes Portfolio wirtschaftlich, in professionelle Prognosen zu investieren. Kurzfristige Lastprognoseanpassungen aus Änderungen der Wind- oder Solarprognosen ergeben auch für ein großes Portfolio eher handelbare Größenordnungen am Intradaymarkt. Der Vermarkter schaltet über entsprechende technische Infrastrukturen Anlagen ab, wenn der Spotpreis an der EEX negativ ist. Den EEG-Betreibern wird im Rahmen des Geschäftsmodells ein Fixpreis in Euro / MWh geboten. Die Vermarkter übernehmen alle mit der Vermarktung verbundenen Risiken aus der Zufälligkeit des Einspeiseprofils, den kurzfristigen Märkten und dem Ausgleichsenergiemarkt.

Anbieter

Anbieter des beschriebenen Geschäftsmodells sind beispielsweise Statkraft[8], Clean Energy Sourcing[9], Energy2Market[10], Next Kraftwerke[11], E.ON[12] und in.power[13].

Quelle: Seite „Virtuelles Kraftwerk“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 8. Juni 2020, 08:34 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Virtuelles_Kraftwerk&oldid=200745946 (Abgerufen: 19. März 2021, 12:46 UTC)

Stromcloud

Spare in der Zeit, dann hast Du in der Stromcloud

Wolken gehören normalerweise nicht zu den besten Freunden der Betreiber von Photovoltaik-Anlagen, da sie den Ertrag aus der Sonnenstrahlung mindern. Eine andere Cloud (englisch für Wolke) sorgt indes seit einiger Zeit zumindest bei einem Teil der PV-Nutzer für gute Stimmung. Das Prinzip ist beispielsweise von Dateien bekannt: Wer sie in der Cloud, also bei einem Anbieter von externem Speicherplatz, ablegt, hat mehrere Vorteile. Er spart sich eigenen Speicherplatz, hält seine Festplatte leer und kann von überall und mit jedem Endgerät auf die Dateien zugreifen. Zu den bekanntesten Anbietern zählen beispielsweise Dropbox oder OneDrive von Microsoft.

Eine Stromcloud funktioniert ähnlich. Ihre Grundidee fußt darauf, dass es Zeiten gibt, in denen Photovoltaik-Anlagen mehr Strom produzieren, als ihr Besitzer nutzen oder speichern kann. Und dass es ebenso Zeiten gibt, in denen die PV-Haushalte mehr Strom benötigen, als Anlage und Speicher hergeben. In Deutschland sind das gemeinhin Sommer und Winter. Der Clou und ein gutes Argument für viele, die sich solchen Modellen angeschlossen haben: Theoretisch ist eine vollkommene Unabhängigkeit von Stromanbietern möglich.

Haus mit Photovoltaikanlage © slavun, stock.adobe.com
Haus mit Photovoltaikanlage © slavun, stock.adobe.com

Während selbst PV-Anlagen mit ausreichend dimensioniertem Speicher in der Regel lediglich bis zu 80 Prozent des Verbrauchs decken können, bietet die Cloud zwar nicht unbegrenzten, aber doch viel mehr Speicherplatz. Man kann sich das wie ein Stufenmodell vorstellen: Der erzeugte Strom wird entweder verbraucht oder fließt in den eigenen Stromspeicher. Ist der voll und produziert die Anlage weiter Strom, fließt der Strom als Guthaben in die Cloud. Bei Bedarf wird der Überschuss dann wieder daraus bezogen. Wer insgesamt mehr PV-Strom eingespeist als entnommen hat, erhält eine Gutschrift. Wer mehr Strom abgerufen als geliefert hat, muss nachzahlen.

Während einige Modelle den Strom über ein eigenes Konto verrechnen, verbinden andere die Nutzer zu einer Gemeinschaft, in der sich alle gegenseitig beliefern. Zudem gibt es reine Solar-Clouds, über die tatsächlich nur Strom aus Photovoltaik-Anlagen umgeschlagen wird. Strom-Clouds sind von der Konzeption her offener und erlauben beispielsweise auch Strom aus Windkraft-Anlagen. Dadurch wird der Ausgleich von Angebot und Nachfrage leichter: Scheint die Sonne bundesweit nicht, liefern auch alle PV-Anlagen schwächere Leistungen. Weht gleichzeitig Wind, kann diese Form der Stromerzeugung bei Stromclouds die Deckung des Bedarfs sicherstellen. Übersteigt die Gesamtnachfrage das Angebot an gespeichertem Strom, muss der Anbieter diesen an der Strombörse einkaufen. Einige Anbieter werben damit, nötige Zukäufe ausschließlich aus regenerativen Energiequellen zu beziehen.

In der Stromcloud wird überschüssiger Strom gespeichert
In der Stromcloud wird überschüssiger Strom gespeichert

Im Prinzip ein gutes Konzept, aber…

Was nach einer cleveren Idee klingt, ist auch eine – allerdings mit manchen Haken. Das fängt beim Gedanken der Autarkie an. Viele Interessenten reizt die Aussicht, sich komplett unabhängig von großen Stromkonzernen zu machen. Diese haben aber längst eigene Angebote gestartet, so dass bei der Anbieterauswahl gegebenenfalls genauer recherchiert werden sollte. Das gilt auch für das Abrechnungsmodell, das variiert: Manche arbeiten bei der Einspeisung und dem Abrufen mit Pauschalen, andere verrechnen beide Strommengen direkt miteinander.

Des Weiteren gibt es im Leben nichts umsonst: Bei nahezu allen Cloud-Tarifen wird eine monatliche Grundgebühr fällig, die in der Regel zwischen 15 und 35 Euro beträgt. Zwar sollte die Vergütung für Strom, der in die Cloud fließt, höher als der EEG-Satz und der Bezug des Stroms günstiger als am Markt sein. Ob sich das aber unter Berücksichtigung der Grundgebühr auszahlt, sollte durchkalkuliert werden, bevor man einen Vertrag unterschreibt. Zu bedenken ist außerdem: Ein eigener Vertrag mit einem Stromversorger ist zwar nicht mehr nötig. Muss aber über den eigenproduzierten Strom oder eine Pauschale hinaus mehr Strom aus der Cloud bezogen werden, ist der Preis dafür meist teurer als bei gängigen Verträgen mit Stromanbietern.

Die Stromcloud bietet nicht nur Vorteile
Die Stromcloud bietet nicht nur Vorteile

Das ist auch der Grund, warum Solarclouds für Betreiber von PV-Anlagen ohne Speicher kaum interessant sind: Meist erreichen sie nur einen Autarkiegrad von rund 20 Prozent, der große Rest muss zugekauft werden. Dann ist man beispielsweise mit einem günstigen Ökostrom-Angebot eines herkömmlichen Stromversorgers besser bedient. Last but not least stellen die meisten Anbieter als Eintrittskarte in die Cloud gewisse Mindestvoraussetzungen an die genutzte PV-Anlage. In Einzelfällen kann zudem der Kauf von zusätzlichen Instrumenten nötig sein.

Solarclouds sind (noch) ein Nischenprodukt

Eine Solar- und erst recht eine Stromcloud können ein sinnvolles Modell für Betreiber von Photovoltaik-Anlagen sein. Wer Wert darauf legt, unabhängig von großen Stromkonzernen zu sein, wird vermutlich sogar Gefallen an Cloud-Anbietern finden, die unter dem Strich womöglich gar keine Ersparnis bringen, aber ein besseres Gewissen. Trotzdem sollte man sich nicht zu leicht von der charmanten Idee blenden lassen. Ein Test des Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen EuPD Research aus dem Jahr 2019 – der leider online nicht mehr abrufbar ist –, hat gezeigt, dass seinerzeit nur vier von zehn Cloud-Tarifen günstiger waren als „normale“ Ökostromtarife. Zudem sei den Kunden oft unklar, was eine solche Cloud ist und welche Kosten damit verbunden sind. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Tarif lagen zum Zeitpunkt des Tests 260 Euro – im Jahr. Auch hier folgte der Tipp: Erst rechnen, bevor man sich entscheidet, ob es ein passendes Angebot gibt.

Quelle: https://www.solaranlage-ratgeber.de/photovoltaik/photovoltaik-technik/energiespeicher-photovoltaikanlagen/stromcloud geladen am 19.03.2021

Strom-Cloud: Die Vorteile und Nachteile im Überblick

von TECHMASTER | 24. Sep 2018 | SolarStromspeicher - Strom-Cloud - Varta

Den Strom mit der eigenen Photovoltaikanlage im Sommer produzieren und auch im Winter nutzen – so werben derzeit viele Strom-Cloud-Anbieter. Das klingt gut, bringt allerdings einige Nachteile mit sich.

Der Begriff „Cloud“ erfreut sich derzeit in vielen Bereichen großer Beliebtheit – vor allem in den Marketingabteilungen großer Unternehmen. Den meisten Verbrauchern ist das Cloud-Konzept durch Speicherdienste wie Dropbox, Google Drive oder Apples iCloud bekannt: Man speichert Bilder und Videos nicht mehr auf dem PC, sondern auf einem Server in der Cloud. Dadurch hat die lokale Festplatte mehr freien Speicher und man kann weltweit auf die Daten zugreifen – egal, ob mit dem PC, Laptop oder Smartphone.

Die Strom-Cloud soll ganzjährig für 100-prozentige Autarkie sorgen

Demselben Prinzip folgt die Strom-Cloud. Wer eine Photovoltaikanlage mit Stromspeicher hat, produziert im Sommer mehr Strom, als im Haushalt verbraucht wird. Der überschüssige Strom wird ins Netz eingespeist und mit derzeit rund 12 Cent pro kWh vergütet. Im Winter jedoch reicht der auf dem Dach produzierte Strom selten aus, um alle Verbraucher im Haushalt zu versorgen. Dann muss Strom teuer aus dem Netz eingekauft werden, was je nach Tarif mit 26 bis 30 Cent pro kWh zu Buche schlägt.

Dieses Problem soll die sogenannte Strom-Cloud lösen, die inzwischen von immer mehr Energieversorgern und Speicherherstellern angeboten wird: In diesem Szenario wird der überschüssige Strom im Sommer nicht mehr ins Netz eingespeist, sondern fließt in die „Cloud“, also in die Speicher des jeweiligen Anbieters. Dort wird der Strom gespeichert und kann im Winter bei Bedarf abgerufen werden. Abgerechnet wird in den meisten Fällen nach einer recht einfachen Regel: Hat man am Ende vom Jahr mehr verbraucht, als in die Cloud eingespeist wurde, wird eine Nachzahlung fällig. Verbraucht man weniger, wird die Differenz ausbezahlt.

Was an dieser Stelle freilich noch erwähnt werden muss: Die oben beschriebenen Abläufe dienen nur der theoretischen Veranschaulichung in den Werbebroschüren der Energieversorger. In der Praxis fließt der von Ihrer Photovoltaikanlage produzierte Strom natürlich nicht direkt in den physischen Speicher des Herstellers, sondern ins öffentliche Stromnetz. Der Anbieter kann allerdings über das Anlagen-Monitoring sehen, wie viel Strom Sie eingespeist haben und schreibt ihnen diesen Betrag in der „Cloud“ für den Winter gut.

Die Nachteile der Strom-Cloud

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob die Energieversorger mit der Strom-Cloud die ideale Lösung für 100-prozentige Autarkie gefunden hätten. Tatsächlich ist das Cloud-Modell allerdings mit einigen Nachteilen verbunden, über die man sich als Verbraucher im Klaren sein sollte.

Zunächst tritt man als Strom-Cloud-Nutzer die Einspeisevergütung an den jeweiligen Anbieter ab. Zudem wird für die Cloud eine monatliche Grundgebühr fällig (zwischen 15 und 35 Euro). Für diese gibt es oft keine Preisgarantie. Richtig teuer wird es, wenn man am Ende vom Jahr doch noch Strom zukaufen muss. Dann liegt der Preis pro Kilowattstunde bei den Cloud-Anbietern meist deutlich über dem eines klassischen Stromanbieters.

Nicht zu vernachlässigen ist auch der steuerliche Aspekt: Wer sich eine Photovoltaikanlage kauft und den überschüssigen Strom einspeist, der hat im steuerlichen Sinne eine Gewinnerzielungsabsicht. Das bedeutet, dass die Einnahmen im Lauf der steuerlichen Betrachtungszeit von üblicherweise 20 Jahren mindestens so hoch sind wie die Ausgaben (einschließlich Abschreibungen). Dadurch ist der Betreiber der Photovoltaikanlage vorsteuerabzugsberechtigt und bekommt die im Kaufpreis der Anlage enthaltene Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent vom Finanzamt erstattet. Je nach Anlage können das mehrere Tausend Euro sein. Bei Strom-Cloud-Tarifen, die einzig der Deckung des Eigenbedarfs dienen, kann es passieren, dass das Finanzamt die Gewinnerzielungsabsicht nicht anerkennt und die Vorsteuer im schlimmsten Fall zurückbezahlt werden muss. In jedem Fall ist es ratsam, vorab mit dem Steuerberater respektive dem Finanzamt Rücksprache zu halten.

Nur eine eigene Photovoltaikanlage macht Sie unabhängig

Im Endeffekt handelt es sich bei der Strom-Cloud somit um nichts anderes, als einen Stromtarif, in den eine Photovoltaikanlage und ein Stromspeicher integriert sind. Als Kunde haben Sie so gut wie keinen Einfluss auf die in Ihrer Anlage verbauten Komponenten – und auch die Probleme, die entstehen, wenn Sie dauerhaft mehr oder weniger Strom produzieren als vereinbart, sollten nicht außer Acht gelassen werden. Aus all diesen Gründen ist eine eigene Photovoltaikanlage ohne Cloud-Vertrag für die meisten Verbraucher die wirtschaftlich weitaus lukrativere Alternative.

Quelle: https://www.techmaster.de/2018/09/24/strom-cloud-die-vorteile-und-nachteile-im-ueberblick geladen am 19.03.2021

Cloud und Community steuerlich betrachtet

Nach einer von EUPD Research durchgeführten Umfrage nutzt die Hälfte der Speicherkäufer von Sonnen, Senec und E3/DC deren Stromangebote. Für drei Viertel dieser Kunden war das Angebot solcher Tarife sogar kaufentscheidend. Wer sich die Cloudtarife und Communityangebote näher ansieht, dem stellt sich bald die Frage, wie die dabei entstehenden Geldflüsse steuerlich zu behandeln sind. Wir starten einen ersten Versuch zur Klärung dieser bisher völlig offenen Frage. (Aktualisierte Version) 16. März 2019 pv magazine und Thomas Seltmann

Der Beitrag von 16. November 2018 ist durch diese aktuelle Version vom März 2019 ersetzt worden.

Viele Anbieter von Batteriespeichern für Photovoltaikanlagen wollen ihre Kunden rundum versorgt sehen. Wer aus der Photovoltaikanlage den Eigenbedarf deckt und im Speicher den Solarstrom für die Nacht zwischenspeichert, bezieht oft nur noch einen Bruchteil des Stromverbrauchs aus dem Netz und vom Energieversorger. Diese verbleibende Versorgungslücke wollen die Batterieanbieter mit eigenen Stromangeboten füllen, die der Kunde beim Speicherkauf gleich mit abschließen soll. Die Anbieter bezeichnen diese Tarife mit Begriffen wie Stromcloud, Community oder Stromflat. Wir beschränken uns im Folgenden auf den Begriff Cloudtarif.

Batteriespeicher im Steuerrecht

Wie Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen steuerrechtlich zu behandeln sind, hat die Finanzverwaltung bereits vor einiger Zeit beschrieben. Das Bayerische Landesamt für Steuern schreibt dazu, dass bei Batteriespeichern, die dem privaten Eigenverbrauch dienen, keine Abschreibung geltend gemacht werden kann. Falls der Speicher zeitgleich mit der Photovoltaikanlage gekauft wird, kann jedoch die Vorsteuer vom Finanzamt erstattet werden, wenn der Betreiber umsatzsteuerpflichtig ist. Bei der Nachrüstung eines Speichers ist auch keine Vorsteuererstattung möglich.

Zu der Frage, wie sich Cloudtarife auf die steuerliche Behandlung der Photovoltaikanlage auswirken, hat sich die Finanzverwaltung bisher nicht geäußert. Eine verbindliche amtliche Auslegung des Steuerrechts auf diese Fälle gibt es deshalb noch nicht. Es bleibt uns also nichts übrig als diese Auslegung selbst zu versuchen, zumal es schon Entscheidungen in ähnlich gelagerten Fragestellungen aus anderen Bereichen gegeben hat.

Verschiedene Tarifmodelle

Die Cloudtarife bestehen aus mehreren Kompontenten, die je nach Anbieter unterschiedlich zusammengesetzt sind:

  • Alle Tarife beinhalten eine feste monatliche Pauschale, die eine bestimmte Menge Stromverbrauch oder Strombezug aus der Cloud beinhaltet.
  • Der ins Netz eingespeiste Strom wird vergütet oder nicht vergütet oder mit der aus dem Netz („der Cloud“) zurück bezogenen Menge verrechnet.
  • Nicht abgerufene Strommengen innerhalb der Cloud-Strommenge können verfallen.
  • Zusätzlicher Strombezug über die Cloudmenge hinaus wird zusätzlich berechnet oder führt in Folgejahren zu einer höheren monatlichen Pauschale
  • Viele Tarife werden kalkuliert aufgrund der Dimensionierung von Photovoltaikanlage oder Batteriespeicher.
  • Meistens ist der Kauf einer Photovoltaik-Anlage oder des Batteriespeichers von diesem Hersteller nötig, um den Cloudtarif nutzen zu können.
  • Bei einzelnen Anbietern muss Messtechnik zusätzlich gekauft werden oder bei Kündigung des Tarifs vor Ablauf einer Frist werden zusätzliche Kosten fällig.

Die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten dieser und weiterer Bausteine macht Cloudtarife wenig transparent und den Vergleich der Cloudtarife untereinander sowie mit normalem Reststrombezug vom Stromversorger schwierig und für Verbraucher fast unmöglich.

Schon ohne die steuerliche Betrachtung zeigen die umfangreichen Verträge und AGBs, die man bei Abschluss eines Cloudtarifes unterschreiben muss, wie rechtlich kompliziert das Konzept anscheinend ist. Das macht auch die steuerrechtliche Betrachtung unübersichtlich.

Dabei werden die Cloudtarife ganz einfach verkauft mit der Erzählung, man würde seinen eigenen Solarstrom zunächst in die Cloud speisen, dort speichern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückholen. Das stimmt physikalisch natürlich nicht. Aber auch steuerlich handelt es sich dabei wohl nicht einfach um zeitversetzten Eigenverbrauch, sondern eher um zwei verschiedene Vorgänge.

Umsatzsteuer

Besonders in der Umsatzsteuer ist genau zu prüfen, was da vor sich geht.  Es sind wirtschaftlich zwei getrennte Vorgänge: Erstens die Lieferung des Solarstroms in die Cloud und zweitens die (Rück-) Lieferung des Stroms aus der Cloud an den Anlagenbetreiber.

Der Anlagenbetreiber als Unternehmer liefert Solarstrom aus dem Unternehmen an den Cloudbetreiber. Die Gegenleistung (Vergütung) die er erhält ist entweder eine Einspeisevergütung oder  die Möglichkeit, den Strom zum privaten Verbrauch später wieder zu entnehmen. Man könnte das also auch als Tauschgeschäft bezeichnen.

Klar scheint jedoch zu sein, dass es sich bei der Einspeisung in die Cloud – faktisch ins Netz – genauso um eine unternehmerische Nutzung der Photovoltaikanlage handelt, wie das bei der klassischen Überschusseinspeisung der Fall ist. Der steuerliche Umsatz entspricht der Vergütung, die der Anlagenbetreiber erhält, entweder vom Netzbetreiber oder vom Cloudbetreiber. Übrigens wäre es für diesen Fall einmal interessant zu prüfen, ob die Abrechnungen der Cloudbetreiber mit dem Anlagenbetreiber die Umsatzsteuer korrekt ausweisen und vergüten, die der Anlagenbetreiber ans Finanzamt zu zahlen hat.

Bekommt der Einspeiser keine vertraglich vereinbarte Vergütung, sondern den Strom zeitversetzt für privaten Eigenverbrauch, wäre die umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage das was der Betreiber für dieses Tauschgeschäft aufwendet. Das ist in diesem Fall die EEG-Vergütung, auf die er verzichtet. Auch in diesem Fall muss der Anlagenbetreiber die entsprechende Umsatzsteuer ans Finanzamt zahlen.

Wer sich mit der ganzen Umsatzsteuer nicht herumschlagen will, kann natürlich auch die Kleinunternehmerregelung wählen und verzichtet dann eben auf den Vorteil, die beim Kauf der PV-Anlage bezahlte Mehrwertsteuer vom Finanzamt zurückerstattet zu bekommen (Vorsteuererstattung). Das geht, wenn der Anlagenbetreiber mit allen umsatzsteuerpflichtigen Tätigkeiten im Jahr nicht mehr als 17.500 Euro einnimmt (Umsatz, nicht Gewinn). Wer ausschließlich eine Photovoltaikanlage auf dem privaten Hausdach betreibt, liegt unter dieser Grenze.

Ertragssteuer

Die ertragssteuerliche Behandlung ist vermutlich etwas einfacher als die umsatzsteuerliche. Soweit der Strom ins Netz und in die Cloud eingespeist wird, handelt es sich um eine unternehmerische Nutzung und um betriebliche Einkünfte in der Höhe, wie sie auch umsatzsteuerlich bewertet wurden. Bei Einspeisung gegen Entgelt ist das die Höhe des Vergütungspreises und beim Tauschgeschäft ohne Vergütung die entgangene Einspeisevergütung laut EEG oder eben die Vergütung die vom Cloudanbieter als Gutschrift für die Einspeisung angerechnet wird.

Eine Kleinunternehmerregelung gibt es ertragssteuerlich nicht, anders als bei der Umsatzsteuer. Ob ich dieses Thema mit dem Finanzamt erörtern muss, hängt objektiv davon ab, ob ich mit der Photovoltaikanlage einen steuerlichen Gewinn erziele. Wie man das betrachtet, wird im Artikel „Photovoltaik ohne Finanzamt“ erklärt.

Private Kosten

Die Kosten für den Rückbezug des Stroms aus der Cloud, egal ob dieser nach Kilowattstunden abgerechnet wird oder soweit es die Monatspauschale betrifft, können nicht als Aufwand für das Unternehmen „Photovoltaikanlage“ geltend gemacht werden, wenn der Strom im Privathaushalt verbraucht wird. Auch ein Vorsteuerabzug für diese Beträge ist dann nicht möglich.

Variante Sonnen-Community

Der Batteriespeicherhersteller Sonnen macht eine etwas andere Rechnung auf. Das hat auch mit der besonderen Konstruktion des Cloudtarifs dieses Anbieters zu tun: Man bezahlt eine feste monatliche Pauschale, erhält für den eingespeisten Stromüberschuss die volle EEG-Vergütung und stellt Sonnen den Speicher zur zeitweiligen Nutzung als regelbarer Batteriespeicher zur Verfügung.

Für letzteres kalkuliert Sonnen eine fiktive Vergütung, die genauso hoch ist wie der fiktive Wert der Stromlieferung des Netzbezugs innerhalb des Cloudtarifs von Sonnen. Über diesen fiktiven Leistungsaustausch erhält der Betreiber jährlich eine Abrechnung, aus der er die für die Umsatzsteuer- und Einkommenssteuer nötigen Beträge ablesen kann.

Sonnen stellt die steuerliche Behandlung auf seiner Seite so dar, dass dadurch der Batteriespeicher im steuerlichen Sinn (wenigstens teilweise) unternehmerisch genutzt wird. Das könnte unter anderem ertragssteuerlich eine wenigstens teilweise Abschreibung des Batteriespeichers ermöglichen.

Der fiktive Leistungsaustausch macht es laut Sonnen aber auch möglich, dass der Netzbezug zunächst als Gegenleistung für die Fernsteuerbarkeit ins „Unternehmen Photovoltaikanlage“ erfolgt und erst dann aus der Photovoltaikanlage für den Privathaushalt entnommen wird. Das wäre dann eine Sachentnahme des Eigenverbrauchs so wie beim direkten Eigenverbrauch aus der Photovoltaikanlage und wäre genauso zu behandeln.

Wie geht’s praktisch?

Die von manchen geäußerte Hoffnung, durch die Cloud würde sich die steuerliche Behandlung der Photovoltaik-Anlage als unternehmerische Tätigkeit erübrigen, scheint sich nach unseren Überlegungen nicht zu erfüllen.

Betrachten Sie diesen Beitrag zur steuerlichen Behandlung von Cloudtarifen als Diskussionsbeitrag und Aufruf: Wir freuen uns über weitere Fragen, Anregungen und Lösungsvorschläge von Steuerfachleuten und Praktikern. Ganz besonders interessant wären für uns Erfahrungen von Cloudtarif-Kunden mit ihrem Finanzamt. Schreiben Sie uns gern eine E-Mail an redaktion@pv-magazine.com.

Der Autor Thomas Seltmann ist unabhängiger Experte für Photovoltaik und Autor des Ratgebers „Photovoltaik – Solarstrom vom Dach“ der Stiftung Warentest. Er arbeitet als Referent Photovoltaik bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Mit der steuerlichen Behandlung von Photovoltaik-Anlagen beschäftigt er sich seit über 20 Jahren.

Quelle: https://www.pv-magazine.de/2019/03/16/cloud-und-community-steuerlich-betrachtet geladen am 25.03.2021

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